Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung Niederösterreich - Südböhmen

Landesklinikum Gmünd öffnet für tschechische Patienten

Ab 25. Februar 2013 können etwa 100 Patientinnen und Patienten aus Tschechien im Landesklinikum Gmünd ambulant behandelt werden. Das EU-weit beachtete Pilotprojekt erkundet, welche Hürden genommen werden müssen, damit die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nicht durch die Landesgrenzen limitiert ist.

Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka macht sich seit Jahren für dieses Projekt stark: „Das Land NÖ setzt sich seit Jahren dafür ein, eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung Realität werden zu lassen. Denn der Zugang zu medizinischer und pflegerischer Betreuung darf in einem vereinten Europa nicht an der Grenze Halt machen. Wie wichtig das ist, zeigt das Beispiel der Stadt Ceskè Velencie: Patientinnen und Patienten müssen hier rund 60 Kilometer fahren, um das nächstgelegene tschechische Spital zu erreichen, während das Landesklinikum Gmünd nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Durch unsere Zusammenarbeit können wir also Leben retten. Für „healthacross in practice“ waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig, die bereits seit 2008 laufen. Umso mehr freue ich mich, dass wir nun in die entscheidende Phase starten können: Wir testen den Regelbetrieb.“

Bis voraussichtlich Ende Mai sollen nun etwa 100 Patientinnen und Patienten aus Tschechien im Landesklinikum Gmünd ambulant behandelt werden – von der Entfernung kleinerer Tumore bis zur Infiltration, von verschiedenen Abklärungen und Untersuchungen bis zur Krampfadernverödung reicht das Behandlungsspektrum. Bei Notfällen ist auch ein stationärer Aufenthalt möglich.

Für die tschechischen Patienten tragen die Projektpartner sämtliche Kosten. Zugewiesen werden die Patienten von vier Hausärzten in Südböhmen, die sich direkt mit dem Landesklinikum in Verbindung setzen. Das Klinikum beschäftigt, bedingt durch die geografische Nähe, einige tschechischsprachige Ärzte, Ärztinnen und Pflegepersonen, auch ein Fachdolmetscher steht zur Verfügung. Außerdem absolvierten zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesklinikum Gmünd bereits Tschechischkurse.

Ziel des EU-Projekts „healthacross in practice“ ist es, die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung erstmals in der Praxis zu testen und anschließend zu evaluieren, damit die Gesundheitsversorgung nicht mehr durch die Landesgrenzen beschränkt wird. Die gesamte Bevölkerung in der Grenzregion soll künftig medizinisch optimal versorgt werden – über die Grenze hinweg. Das Pilotprojekt im Landesklinikum Gmünd ermöglicht, finanzielle, rechtliche und medizinische Aspekte der gemeinsamen Versorgung auszutesten.