Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung Niederösterreich - Südböhmen healthacross

Projektinhalt

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Projektregion
Projektregion

Um in Zukunft die Gesundheitsdienstleistungen in der Grenzregion zwischen Niederösterreich und Südböhmen für alle BewohnerInnen optimal nutzbar zu machen, wird das Projekt healthacross durchgeführt. Es handelt sich dabei um das erste großangelegte Projekt zur grenzüberschreitenden Kooperation im Gesundheitswesen zwischen einem alten und einem neuen EU-Mitgliedstaat und damit auch um ein Modellprojekt für andere Grenzregionen.
„Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung“ und Zusammenarbeit im Gesundheitssektor umfasst eine Vielzahl von Themen: angefangen von juristischen und zollrechtlichen Fragestellungen etwa im Bereich der grenzüberschreitenden Notfallversorgung (Grenzübertritt eines Krankenwagens) über Fragen der Verrechnung von Leistungen (Kostengefälle) bis hin zu langfristig gemeinsamer, regionaler Strukturplanung im Gesundheitswesen Projektregion (zur Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung).
Eine im EU-Kontext besonders dringliche Fragestellung ist die Finanzierbarkeit von Gesundheitsdienstleistungen zwischen Mitgliedstaaten mit deutlich differierendem Lohn- und Kostengefälle.
Im Rahmen von healthacross werden für all diese Fragen Lösungsvorschläge erarbeitet: durch Arbeitsgruppen zu spezifischen Themen, durch Sammlung und Auswertung von Datenmaterial, durch Einbindung von ExpertInnen sowie Analyse der Erfahrungen und Lösungskonzepte ähnlicher Kooperationsprojekte in der Europäischen Union.

Vorgeschichte

Seit 1999 gab es schon eine Vielzahl lokaler Kooperationsbemühungen im Grenzbereich zwischen Südböhmen und dem Waldviertel.
1999 wurde in Kooperation mit der Handelsakademie Gmünd (die eine tschechische Klasse hatte) eine Imageanalyse des Krankenhaus Gmünd durchgeführt. Für das Krankenhaus Gmünd war es damals von besonderem Interesse, ob die Geburtenstation im Krankenhaus auch durch tschechische Bürgerinnen angenommen werden würde. Durch diese Umfrage kam es zu einer Bürgerinitiative, die den Bürgermeister von České Velenice zum Handeln bewegte. Er gab eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung des Krankenhaus Gmünd in Auftrag (Eine Befragung von 700 Haushalten, Rücklauf von 305 Fragebögen, insgesamt 1.016 erwachsene EinwohnerInnen). Der Abschlußbericht lag 2003 vor.  Das Ergebnis: Die Akzeptanz für eine grenzüberschreitende Notfallversorgung ist sehr hoch. Man ist jedoch nicht bereit, für eine solche privat dazu zu zahlen. Die Befragung zur Sprachkenntnis der Bevölkerung ergab, dass 67% der Befragten deutsch sprechen.

Geänderte Rahmenbedingungen

Mit dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union im Jahr 2004 hat sich an den Grenzen zwischen den alten und den neuen Mitgliedstaaten eine völlig neue Situation ergeben: konkrete Kooperationsprojekte werden damit nicht nur ermöglicht, sondern von Seiten der Europäischen Union auch gefördert. Auch die kürzlich erfolgte Übernahme aller Krankenhäuser in Niederösterreich durch das Land Niederösterreich/Niederösterreichische Landeskliniken-Holding erleichtert das geplante Kooperationsprojekt beträchtlich.